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Tequila

Geschichte
Herstellung
Zitate


Geschichte

Tequila, Mezcal und Pulque

Bereits die Indios verstanden das schwere Herz der Agavenpflanze auszulösen und die  darin enthaltene Flüssigkeit zu Pulque zu vergären, einem Getränk, das zu religiösen Ritualen und Zeremonien getrunken wurde.
Als im 16. Jahrhundert die spanischen Eroberer die Destillationstechnik ins Land brachten, wurde es möglich, den Pulque zu Agavenbrandwein zu destillieren. Der entstandene Brandwein wurde Mezcal genannt.
Die erste nachgewiesene Lieferung ging 1873 über die Grenze von  Mexiko. In den  Steuerakten der Stadt Tequila steht verzeichnet, dass damals drei Fass „Mezcal-Wein“  nach New Mexiko geliefert wurden. Zu dieser Zeit gab es in der kleinen Stadt Tequila bereits 16 Destillerien. Heute wachsen etwa 435 Millionen Agavenpflanzen um Tequila herum.

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Herstellung

Tequila, Mezcal und  Pulque

Tequila oder Mezcal werden aus dem Saft der blaugrünen Maguey-Agave destilliert, welche acht bis zehn Jahre braucht bis zur Reife. Das Herzstück (Strunk) hat nach dem Abschlagen der Agavenblätter eine ananasartige Form und ist zwischen 20 und 115 Kilo schwer. Aus dem Strunk der reifen Agaven wird durch Zermahlen und Erhitzen ein  eiweisshaltiger Saft gewonnen. „Aguamiel“ oder „Honigwasser“ genannt. Der frische Agavensaft wird mit vergorenem Agavensaft vermischt. Dabei kommt es während zwei bis drei Tagen zu einer kurzen, starken Gärung. Anschliessend wird dieses Gebräu zweimal destilliert und man erhält den klaren weissen Tequila. Goldener (brauner) Tequila bekommt seine Farbe durch Lagerung in Eichenholzfässern. Für etwa einen Liter Tequila braucht es etwa sieben Kilo des Strunkes (nach  zweifacher  Destillation).
Die Qualität eines Tequila hängt vom Anteil der verwendeten Agaven, dem Herstel-lungsverfahren, der Lagerung und von der Lagerzeit ab. Durch die steigende Nach-frage sehen sich einige Tequila-Produzenten dazu veranlasst, auch Zuckerrohrsaft  mitzudestillieren, was der Eigentümlichkeit des Tequila nicht gerade zuträglich ist.
Tequila darf sich nur jenes Agaven-Destillat nennen, welches in einer streng abge-grenzten Region im Bundesstaat Jalisco erzeugt wird, wo auch die Stadt Tequila liegt und  muss mindesten zweimal Destilliert werden.
Mezcal ist ein Agaven-Destillat welches nicht aus dem abgegrenzten Tequila-Gebiet  Jalisco kommt und wird auch nur einmal destilliert. Das Wort Mezcal leitet sich vom indianischen Wort für Agave, Metl ab.
Pulque wird aus dem Saft den die Agave ausscheidet gemacht. Wenn man ihr das Herzblatt herausschneidet bekommt man täglich bis zu acht Liter Saft (aguamiel oder Honigwasser). Frisch gegoren wird aus diesem „Honigwasser“ der leicht alkoholhaltige Pulque. Pulque ist somit kein Destillat wie Tequila oder Mezcal. Er wird bis heute in so genannten Pulquerias verkauft und wird frisch getrunken. Pulque war schon Rausch-mittel der mittelamerikanischen Indianer.

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Zitate

Jeder Tequila ist ein Mescal.....
aber nicht jeder Mescal ist ein Tequila.

Charles Schumann
 

Dreimal täglich kommt der Tlachiquero zur sterbenden Agave, saugt mit dem Flaschen-kürbis am frühen Morgen, in der sengenden Mittagsglut und im beginnenden Abend-dämmer. Monate hindurch, wenn's gutgeht, ein halbes Jahr lang - so lange also vermag ein Wesen ohne Herz zu leben, so lange dauert es, ehe die Lebenssäfte verströmt sind. Erstaunlich viel, vier bis acht Liter pro Tag, im ganzen bis zu zwölf Hektoliter, werden aus einer einzigen, auf fast wasserlosem, vulkanisch-steinigem Brachland wuchernden Pflanze geschöpft.....

 Egon Erwin Kisch

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